2. Februar 2014

Revit Server Teil 2

Heute nun Teil 2 zu meinem Blogbeitrag vom 30. Dezember.

Die nachfolgende Anleitung bezieht sich auf Revit Server 2013. Für die neuere 2014er Version, oder auch ältere, schaut bitte in der entsprechenden Wiki Hilfe nach.

Bevor ihr mit der Installation beginnt, vergewissert euch, ob ihr alle Voraussetzungen erfüllt. Dies betrifft insbesondere den Webserver IIS 7.0 bzw. IIS 7.5. Für Alle die meinen ersten Teil noch nicht gelesen haben,  wird es nun Zeit. Hier findet ihr entsprechende Info's.
Wie in der Anleitung auf dem Autodesk Blog beschrieben, startet ihr die Installation über die normale Revit Installation. 'Anstatt die normale Revit Installation zu starten, wählt ihr Werkzeuge und Dienstprogramme. Danach könnt ihr den Revit Server installieren. Vor der Installation solltet ihr euch noch die Optionen anschauen. Außer den Programmordnern (die solltet ihr erstmal so (belassen), müsst ihr euch für die Rollen des Servers entscheiden.
Hier noch einmal eine kurze Beschreibung der einzelnen Rollen:

  • Host: Der Host verwaltet letztlich die eigentliche Zentraldatei, und muss an irgendeinem Standort aktiviert sein. Als Standort kommt euer eigenes Netzwerk, wie das eures Kunden in Frage. Letztlich ist es eine Verwaltungs- bzw. Rechtefrage. Derjenige der den Host verwaltet, ist letztlich für die Zentraldatei verantwortlich. Dazugehören außer dem Backup auch die entsprechenden Rechte für den Zugriff der Verwaltung.
  • Accelerator: Einen Accelerator könnt ihr euch als eine Art Zwischenspeicher vorstellen. Der Accelerator speichert eine Kopie der Zentraldatei vom Host. Der Anwender nun arbeitet mit der lokalen Kopie vom Accelerator, und nimmt die Synchronisierung auch mit dem Accelerator vor. Der Accelerator selber, synchronisiert seine Datei mit dem Host. Damit ist der Client nicht auf eine permanente Anbindung an den Host Server angewiesen. Euer Server kann aber auch beide Rollen übernehmen, also Host und Accelerator. Das ist für den Anfang eine gute Wahl.
  • Admin: Diese Rolle benötigt ihr um euren Server, egal ob Host oder Accelerator, über eine Weboberfläche zu verwalten. Alternativ müsstet ihr euch mit der Kommandozeile behelfen.
Ihr könnt die zugewiesenen Rollen aber jederzeit auch nachträglich ändern. Geht hierzu über die Systemsteuerung/System/Erweiterte Systemeinstellung auf die Umgebungsvariablen.

Über bearbeiten könnt ihr Rollen hinzufügen oder entfernen.

Über einen Browser könnt ihr nun überprüfen, ob der Server korrekt installiert wurde.
Gebt folgendes in die Adresszeile ein: IP-Adresse des Servers/REVITSERVERADMIN2013.
Bitte beachtet, das zur Darstellung im Browser Microsoft Silverlight installiert sein muss.

Damit nun Host, Accelerator und Client korrekt arbeiten können, ist noch ein wenig Handarbeit angesagt.
Ihr müsst die Datei RSN.ini von Hand erstellen und entsprechend verteilen.

Zum erstellen der Datei verwendet ihr einen Editor, z.B. Notepad++. 
Tragt dort jeden Server entweder mit seinem Namen oder IP-Adresse, in eine eigene Zeile ein.


Servernamen mit einem Unterstrich beginnen, oder mehr als 63 Zeichen haben, werden nicht in die Dateinavigation geladen.

Die Datei RSN.ini verteilt ihr nun auf allen Servern und Clients in folgendem Verzeichnis:
C:\PROGRAMMDATA\AUTODESK\REVIT SERVER 2013\

Falls der Ordner bei den Clients fehlt, müsst ihr ihn anlegen.

Damit die Clients wissen, bei welchem Server (Accelerator) sie anfragen sollen, muss die Umgebungsvariable hierfür händisch gesetzt werden.

Ihr findet die Umgebungsvariablen wie schon oben beschrieben über System/Erweiterte Systemeinstellungen/Umgebungsvariablen.
Ergänzt dort die Variable: RSACCELERATOR2013 mit dem Wert IP-Adresse des Host



In Revit selber könnt ihr nun überprüfen ob alles funktioniert. Wenn ihr nun eine Revitdatei öffnen wollt habt ihr in der Dialogbox auf der Linken Seite ganz unten nun ein Icon Revit Server. Wenn ihr darauf klickt solltet ihr eure Server sehen.


Alternativ könnt ihr bei geöffnetem Projekt über den Ribbon Zusammenarbeit/Synchronisierung den Verbindungsstatus euch anzeigen lassen. 


Wenn alles soweit funktioniert sollten die Einträge im Webinterface in etwa so aussehen:





Natürlich läuft nicht immer alles so wie erhofft. Hier nun ein paar Hinweise zur Fehlersuche und ein paar Quellen die euch helfen sollten.

Autodesk Hilfe: Die Wiki-Hilfe zieh zur Zeit um. Hierdurch gelangt ihr bei Revit 2013 auch auf die 2014er Seite. Für Allgemeine Dinge sollte das auch nützlich sein. Ansonsten schlagt in der lokalen Hilfe zu Revit 2013 nach. Diese findet ihr unter "C:\Program Files\Autodesk\Revit 2013\Program\Help\de-DE\WBH\index.html".

Viele Problem kommen natürlich vom Webserver IIS 7.0 bzw. 7.5. Hier müsst ihr das Web durchsuchen. Die Probleme sind hier sehr vielfältig. Zudem muss ich zugeben, das ich lieber mit einem Apache Webserver arbeite als mit dem IIS. Für Einsteiger in den IIS hier ein Link der mir geholfen hat:  http://blogs.technet.com/b/bernhard_frank/archive/tags/iis+fuer+einsteiger/

Viele Probleme werden in den entsprechenden Foren diskutiert:
Hier müsst ihr einfach die Suchfunktion benutzen. Wichtig aber, versucht euer Problem ins Englische zu übersetzen.
Das ist ein Beispiel das mir weitergeholfen hat.
 
Der Webserver ist nicht das einzige Problem das euch begegnet. Viele Probleme können auch durch euer Netzwerk/Internetanschluss verursacht werden.

Um das Zusammenspiel verschiedener Revit Server testen zu können, musste ich mir selber helfen. Leider fand sich niemand der diese Tests mit mir durchziehen wollte. 

Mein Testaufbau: 
In unserem existierenden lokalen Netzwerk habe ich einen Revit Sever als Host, Accelerator und Admin auf einem WIN7 System installiert. I-Net Anschluss lief über unsere herkömmliche Leitung (Funklösung lokaler Anbieter mit 10/2).
Das Kundennetzwerk habe ich extra aufgesetzt. Revit Server wurde auf einem SBS2011 installiert (alle Rollen). I-Net Anschluss Telekom Funk Lösung (LTE 50/10).
Das lokale Netz funktionierte auf Anhieb problemlos (WIN 7!). Der lokale Server war sofort erreichbar, und lies sich entsprechend administrieren. 
Der zweite Server lies sich anfangs nur lokal ansprechen, und war extern nicht erreichbar. Damit ich die IP-Adressen nicht händisch anpassen musste in der RSN.ini, habe ich mir einen Dynamischen Account zugelegt.
Das stellte keine Probleme dar. Der Zugriff vom Accelerator (Lokal) auf den Host (Kunde) war auch nicht das Problem. Jedoch fanden die Clients den Host nicht. Das ist jedoch notwendig, um Projekte auswählen zu können. Der Client bekommt nämlich nicht die Maske im Admininterface gezeigt, sondern seine eigene.
Nach langer Recherche und Anfrage beim Autodesk Support, bestätigte sich meine Befürchtung.
Das Problem hier war die Hardware für den I-Netanschluss zum LTE Netz der Telekom. Da dieses Problem sicher bei dem einen oder anderen auch auftreten kann, hier der Tipp zur Fehlersuche.
Damit der Client den Host findet, sendet er ICMP-Anforderung ins Netz. Bei LTE-Routern der Telekom der ersten Generation waren diese Hardwareseitig blockiert. Es gab keine Möglichkeiten diese Freizugeben. Leider verweigerte anfangs die Telekom auch die Zusammenarbeit mit der beliebten AVM Fritz Box. 
Mittlerweile hat sich dies grundlegend geändert. Sowohl der Telekom Router LTEII als auch die Fritz Box 6842 LTE lassen sich wunderbar einstellen, bzw. funktionieren mit LTE der Telekom. 
Noch ein Hinweis. Damit der Server erreichbar ist, müssen die Ports 80 und 808 in der Firewall freigegeben sein (Regelfall), und ihr müsst diese Ports am Router entsprechend weiterleiten.

Damit auch kleinere Firmen  sinnvoll an einem gemeinsamen Revit Projekt arbeiten können, kommt man an einem Revit Server nicht vorbei. Das es funktioniert, und auch für weniger begabte Netzwerkadministratoren möglich ist, sollte dieser Beitrag verdeutlichen. 
Für Alle die den Revit Server einsetzen wollen, und nicht so richtig weiterkommen, könne sch gerne an mich wenden.




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